Einführung

Geschwüre werden ihrer Äthiologie betreffend klassifiziert in: vaskulär, durch Druck, neuropathisch, iatrogen, traumatisch, onkologisch, etc. Im Allgemeinen haben Geschwüre eine langsame Entwicklung und haben die Tendenz zur Chronizität

Alle Geschwüre, welche die Haut und tiefere Gewebsschichten betreffen, stellen ein Gesundheitsproblem aufgrund ihrer sozialen Transzendenz und der enormen wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Gesundheitsausgaben dar. In den westlichen Ländern leidet 1%-2% der Bevölkerung an irgendeiner Form von Geschwüren, bei älteren Menschen im Alter von 60 Jahren sind es 0,6%-3% und bei den Achtzigjährigen erhöht sich der Prozentsatz auf 5%, mit einer Rekurrenz von 30%.

Dies konditioniert einen Prozentsatz von 2%-4% des gesamten Gesundheitsbudgets, welches für die Behandlung von Geschwüren und komplexen Wunden ausgegeben wird. (Sen CK, Gordillo GM, Roy S, et al., Human Skin Wounds: Eine Major- und Snowball-Bedrohung für die öffentliche Gesundheit und die Wirtschaft. Wundreparatur und Regeneration: offizielle Publikation der Wound Healing Society [und] der European Tissue Repair Society. 2009, 17 (6): 763-771. doi: 10.1111 / j.1524- 475X.2009.00543.x.)

Allein für die Behandlung von Druckgeschwüren, werden in Spanien jährlich mehr als 461 Millionen Euro ausgegeben, und täglich werden zwischen 57 000 und 100 000 Patienten versorgt; im Grossbritannien schätzt man die jährlichen Ausgaben für die Behandlung von Druckgeschwüren auf mehr als 2000 Millionen Sterling Pfund.

Laut einer Studie der Primärmedizinische Versorgung (PMV) in Köln, Deutschland, leiden 2,9 Millionen Patienten derzeit unter chronischen Wunden der folgenden Kategorien:

  • Dekubitus (11% – 320 025)
  • Ulcus cruris (39% – 1 173 408)
  • Diabetischer Fuß (13% – 383 561)
  • Posttraumatische Wunden (21% – 612 229)
  • Brandwunden (3% – 78 050)
  • Andere Wunden wie Infektionen, Abszess, Amputationswunden oder postoperative Wunden (14% – 404 139)

Ausserdem ist die Häufigkeit von chronischen Wunden ein Indikator für die Lebensqualität sowie die Gesundheitsversorgung dieser Patienten. In den kommenden Jahren wird eine Zunahme der Fälle erwartet, aufgrund der erhöhten Lebenserwartung, der „Epidemie“ von Diabetes Mellitus und Fettleibigkeit, als Folge einer großen Veränderung des Lebensstils und ungesunder Ernährung.

Dies ist ein globales Phänomen. Es wird geschätzt, dass mehr als 9,7 Millionen venöse Ulcera und etwa 10 Millionen diabetische Geschwüre existieren.

Eine der größten Herausforderungen für Ärzte in diesem Bereich, ist, dass die standardisierte Wundbehandlung nur in 30-75% der Fälle erfolgreich ist, der Rest wird zu chronischen Wunden, und es kann Monate oder Jahre dauern, bis sie sich vollständig schließen. Oder aber im schlimmsten Fall, passiert es nie.
In mehr als 40 Millionen Fällen von chronischen Wunden weltweit ist dies der Fall, 10 Millionen davon sind in Europa. (Maderal AD, Kirsner RS. Klinische und ökonomische Vorteile des autologen epidermalen Pfropfens Muacevic A, Adler JR, Hrsg. Cureus 2016, 8 (11): e875.doi: 10.7759 / cureus.875.)

„Die Lawine von Medizinprodukten zur Behandlung von komplexen Geschwüren und Wunden, welche in den letzten Jahren den deutschen Markt überschwemmt haben, steht im Gegensatz zu dem Mangel an positiven Gesamtergebnissen“, schrieb Prof. Dr. Gernold Wozniak vom Bottroper Knappschaftskrankenhaus in einem Artikel in der Zeitschrift “Gefässchirurgie“

Es gibt immer mehr aktive Wundauflagen, welche ausreichend Feuchtigkeitsbedingungen für die Heilung von Geschwüren erzeugen, die Kontrolle von Exsudat und Infektionen verbessern, ihre Wundränder schützen, aber nicht die Heilungszeit chronischer Wunden verkürzen.

Die meisten existierenden Therapien sind nicht wirksam, darüber hinaus werden sie nicht von einer wissenschaftlichen Grundlage gestützt. Auch so genannte“ fortgeschrittene“ Therapien haben nicht die erwarteten Ergebnisse erzielt. Darüber hinaus sind diese Therapien zu teuer und ihre Rentabilität zur Effektivitätsquote ist in den kommenden Jahren noch zu bewerten.

Investigation

Unter Berücksichtigung dieser Situation, wurde eine an der Ruhr-Universität Bochum (Deutschland) durchgeführte Studie zum Ausgangspunkt für die Entwicklung einer neuen Therapie, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen der Forscher des Lehrstuhls für Zellphysiologie an dieser Universität beruht, wo verschiedene Arten von Olfaktorische Rezeptoren in Hautzellen entdeckt wurden.

Darunter der sogenannte OR2AT4-Riechrezeptor, welcher durch das synthetische Sandelholz Aroma aktiviert wird und einen Kalzium-abhängigen Signalweg anstösst, wodurch Kinasen- sowie cAMP-Werte erhöht werden. Diese wiederrum lösen eine erhöhte Proliferation und Migration der Zellen aus; zwei grundlegende Prozesse, die die Reparatur von Gewebe erleichtern, was auch in kultivierter menschlicher Haut nachgewiesen wurde. Diese Ergebnisse wurden in dem wissenschaftlichen Magazin „Journal of Investigative Dermatology“ 134,2823-2832(2014) veröffentlicht.

Laut dieser Studie wird das Zellwachstum um mehr als 30% stimuliert; extrapolierend auf die medizinische Praxis, haben wir eine Methode für die Anwendung einer Therapie entworfen, die es uns ermöglicht, die Zeitspanne der Gewebeerneuerung erheblich zu reduzieren.

In den letzten zwanzig Jahren hat man unterschiedliche Geruchsrezeptoren, ausserhalb ihrer gewohnten Lage im Nasenepithel, entdeckt, (Vanderhaegen et al., 1997; Feldmesser et al., 2006; Zhang et al., 2007; Flegel et al., 2013; Kang und Koo, 2012). In Bezug auf den Dünndarm (Braun et al., 2007), die Prostata (Neuhaus et al., 2009) und Sperma (Spehr et al., 2003).

Darüber hinaus hat man das Vorhandensein von mehreren bisher unbekannten funktionierenden Stammrezeptoren in der Haut nachgewiesen, die man nun zu identifizieren beginnt. Insbesondere der in der Haut vorhandene OR2AT4-Rezeptor, der sich grundsätzlich in den Basalkeratinozyten, Melanozyten und den dendritischen Zellen befindet, wird von dem Geruch des synthetischen Sandelholzöles angeregt (Busse et al., 2014).

Dieses Öl ist eine lipophile Substanz von niedrigem Molekulargewicht (<500 Da), die leicht die Hautbarriere durchschreiten und mit den Rezeptoren Kontakt aufnehmen kann, auch bei intakter Haut (Bos und Menardi, 2000). In der vorklinischen Stufe wurde das Sandalore Öl durch geeignete Träger auf kultivierte menschliche Haut aufgetragen und überprüft (Flori et al., 2011).

Die Moleküle des Sandalore-Öles bewirken eine Stimulierung der OR2AT4 Rezeptoren. Hierdurch wird ein Signalweg ausgelöst, der die CNG Kanäle öffnet (durch zyklische Nukleotide gesteuerte Ionenkanäle) (Oda et al., 1997) und den cAMP Spiegel verdreifacht (Busse et al., 2014), der sich an das Kanalprotein bindet und somit den Kalcium 2+ Eintritt in die Zellen erleichtert (Sondersorg et al., 2014). Dies aktiviert wiederrum die MAP Kinasen Kaskaden Erk ½ und p38 (Stork und Schmitt, 2002), die an allen biologischen Prozessen der Proliferation, Differenzierung und Zellbewegung beteiligt sind; und vielen Proteinen Phosphatgruppen hinzufügen, die als Substrat dienen und an den meisten Zellprozessen mitwirken, einschliesslich der Wundheilung (Marshall, 1994; Seger und Krebs, 1995; Sharma et al., 2003; Wang et al., 2006; Shibata et al., 2012)

Diese Beschleunigung der Proliferation von Keratinozyten von mehr als 30%, zusammen mit der Zellmigration, ist ein Indikator für die Reepithelialisierung von Wunden (Woodley et al., 1993, Gurtner et al., 2008; Shaw und Martin, 2009; Muller et al., 2012; Plikus et al., 2012). Infolgedessen wurde die Migration der Zellen unter Verwendung der Agarose- Gelelektrophorese untersucht, die die Wertung der chemotaktischen Migration der Zellen unter Einfluss eines spezifischen Effektors ermöglichte. Die Migration der Keratinozyten, die von Sandalore stimuliert worden sind, wiesen eine deutlich erhöhte Migration (40% Abstand und 50% Fläche) im Vergleich zu einer nicht stimulierten Gruppe auf; nach 5 Tagen der Inkubation.

Ein weiteres auffälliges Ergebnis ist die Erhöhung des Wundverschlusses durch die begünstigende Bildung einer Monoschicht von Keratinozyten und epithelialen Zellen im Vergleich zu der nicht stimulierten Gruppe, und der Anstieg der Interaktion zwischen Keratinozyten und angrenzenden sensorischen Nervenzellen, welche die Kommunikation zwischen beiden Zelltypen fördert. Dies ist ein weiterer wichtiger Mechanismus, der die Wundheilung fördert. (Roosterman et al 2006, Scuri et al, 2010, Lebonvallet et al., 2012 und 2013; Sondersorg et al., 2014)

Auch vorangegangene Studien beweisen eine antimikrobielle Wirkung durch Sandalore, sowie eine Stimulation, die auf der Keratinozyten Ebene stattfindet, wodurch die IL-1 alpha Produktion um 10.000% erhöht wird; mit einer immunregulatorischen Wirkung, bezogen auf die Immun- und Entzündungsreaktion in der akuten Phase. (Dissertation von Frau Dr. Busse; Olfaktorische Rezeptoren in humanen Keratinozyten-Molekulare Mechanismen und physiologische Bedeutung. Bochum, Juli 2013)

Die seit mehreren Jahrzehnten bewährte Sicherheit des Produktes wird durch die im Laboratorium durchgeführten histologischen Beobachtungen bestätigt, welche die Lebensfähigkeit der mit Sandalore stimulierten Zellen belegen. Es gab weder Veränderungen in der zellulären Morphologie noch apoptotische Veränderungen nach Applikation einer Propidiumiodid Tinktur.

Therapie

Diese Therapie ist sehr einfach in ihrer Anwendung, schmerz- und gefahrlos für die zu behandelnden Personen.

Die Zusammensetzung des anzuwendenden Öles besteht unter anderem aus einem natürlichen Basisöl, reich an Polyphenolen, Vitaminen und einfach ungesättigten Fettsäuren mit antioxidanten, weichmachenden und schützenden Eigenschaften; welche Hydratation, Widerstandsfähigkeit und Elastizität der Haut erhöhen.

Die Verwendung von verdünntem synthetischem Sandelholzöl ist seit vielen Jahren erprobt und anerkannt. Es ist Bestandteil vieler bekannter Parfums, Raumerfrischer, Seifen, Reinigungsmittel und anderer Hygiene-Produkte. Mit der entsprechenden Ölkonzentration werden die OR2AT4 Rezeptoren in der Haut aktiviert und stossen einen Kalzium-abhängigen Signalweg an, wodurch Kinasen- sowie cAMP-Werte erhöht werden; die wiederrum die Reparatur von Hautschäden vorantreiben.

Laut einer durchgeführten Studie an kultivierter menschlicher Haut, beginnt die Stimulation der Migration und Zellproliferation 20 Sekunden nach Kontaktaufnahme mit dem Sandalore Öl.

Dosierungsanleitung, Art und Dauer der Anwendung: Die Wunde reinigen, trocknen und das Produkt aufsprühen. Auf einer Wundfläche von etwa 5 cm2 werden drei Sprühstösse verabreicht. Das Applikationsvolumen des Produktes entspricht etwa 0,1 ml pro Sprühstoss. Für eine höhere Wirksamkeit wird die gleiche Menge Öl zusätzlich auf die primäre Wundauflage, die die Wunde bedeckt, aufgetragen. Danach mit einer sekundären Wundauflage abdecken. Bei jedem Verbandwechsel wird das Produkt neu aufgetragen. Die Applikation kann täglich erfolgen, mindestens aber 3-mal wöchentlich.

Da der Regenerationsprozess der Haut durch die Therapie beschleunigt wird, besteht ein erhöhter Bedarf an Nährstoffen, die an diesem Prozess mitwirken. Empfehlenswert sind eine adäquate Ernährung, sowie die Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel, welche Vitamine, Mineralien, Aminosäuren und Koenzyme enthalten, da diese die Erneuerung von Gewebe fördern.

+Plus Cells Körperöl wird als Hautschutz angewendet, um der Entstehung von Verletzungen vorzubeugen.

Ausschlusskriterien

Die Behandlung wird weder für Patienten mit fortgeschrittener arterieller Insuffizienz (Stadien III und IV der Leriche-Fontaine-Klassifikation), noch für den diabetischen Fuß (Stadien IV und V der Wagner-Klassifikation), welche eine Revaskularisierung erfordern, Amputation etc. empfohlen, da sie nicht von dieser Therapie profitieren und die vorrangige Behandlung würde dadurch verzögert werden.

Sobald eine angemessene Behandlung für kritische Perfusionssituationen oder schlimmstenfalls eine Amputation durchgeführt wurde, kann die D.O. Therapie angewendet werden, um die Wundheilung von bestehenden Läsionen zu verbessern.